Lauréat.e.s 2026

Le 14ème Prix franco-allemand pour la littérature de jeunesse a été remis le 2 octobre 2026 à Sarrebruck. Christine Streichert-Clivot, ministre de l’Éducation et de la Culture de la Sarre, et Jérôme Spinoza, Consul général de France en Sarre, ont remis les Prix – cette année dans la catégorie « roman enfant ».

Le Prix franco-allemand pour la littérature de jeunesse 2026 est attribué à Hervé Giraud pour La cabane de la fin du monde (Thierry Magnier) et à Cornelia Franz pour Das nennt man Glück (Gerstenberg).


Le Prix du Jury Jeune a également été décerné pour la troisième fois, permettant à de jeunes lectrices et lecteurs de France et d’Allemagne de distinguer leurs coups de cœurs parmi les ouvrages en lice. Les lauréates du Prix du Jury Jeune sont Delphine Roux & Gaëlle Duhazé pour L’échappée belle de Marta (HONGFEI), et Massuda Kassem & Melanie Garanin pour Chicken Survivor (Kett Kinderbuch)

La Chancellerie de la Sarre a retransmis la cérémonie en direct. Vous pouvez retrouver la vidéo ici (https://www.youtube.com/watch?v=YtDHY_EPLGI).

 

 

Programme de la remise de prix

 


Cornelia Franz / Meike Töpperwien

Das nennt man Glück

Gerstenberg | à partir de 8 ans

 

Meike Topperwien

Das nennt man Gluck Gerstenberg

Dans son roman, Cornelia Franz aborde un sujet brûlant : la crise du logement à Hambourg, à travers l’histoire d’une famille de 7 personnes aux ressources limitées.

Lorsque la famille Mirza essuie un nouveau refus d’un agent immobilier et que les parents perdent espoir, Janan et ses quatre frères décident de prendre les choses en main. Iels distribuent des prospectus dans le quartier, parlent de leur recherche de logement au plus grand nombre, mènent leurs propres recherches sur Internet et passent le secteur au peigne fin à la recherche de nouvelles constructions. Malgré les déconvenues et les déceptions, et la terrible nouvelle que le neveu du père a perdu une jambe en Iran à cause d’une mine antipersonnel, les enfants restent soudé·e·s. Leur quête se lit presque comme un roman d’aventures dans la jungle du marché immobilier. Une tension supplémentaire naît du grand secret de la mère, qu’elle ne partage qu’avec Janan. Avec ses personnages profondément attachants et son héroïne pleine de joie de vivre, Cornelia Franz parvient à créer un contrepoint lumineux aux difficultés du quotidien. La narration, joyeuse et optimiste, est magnifiquement accompagnée par les illustrations expressives de Meike Töpperwien.

Die Laudatio | Dr. Stefan Hauck

Empowerment im Kampf der Geschlechter, ein Mutmachbuch gegen Ängste, Wohnungsnot, ein tapferes Heldenhuhn, Abschiednehmen, ein Über-sich-Hinauswachsen in bestimmten Situationen – die Shortlist zeigt thematisch und auch formal vom Comic bis zum klassischen Roman die aktuelle große Bandbreite in der Kinderliteratur. Nicht leicht miteinander zu vergleichen, es gab lange intensive Diskussionen in der Jury, die sich entscheiden musste. Ihr Votum: Der Deutsch-französische Jugendliteraturpreis 2026 geht an "Das nennt man Glück" von Cornelia Franz.

Stellen Sie sich vor: Sieben Personen. Ein Kinderzimmer. Ein Schimmelfleck, der immer größer wird. Ein Vater, dem im Auto der Gedanke an die nächste Kreuzung den Schweiß auf die Stirn treibt. Eine Mutter, die immer wieder geheimnisvoll verschwindet. Und mittendrin: Janan. Neun Jahre alt. Einziges Mädchen unter vier Brüdern. Mit kaputter Brille, großem Herz – und einem noch größeren Plan.

Willkommen bei Familie Mirza. Und willkommen in einem der klügsten Kinderromane der letzten Jahre.

Mit Wohnungsnot, steigenden Mieten und Diskriminierung bei der Wohnungssuche greift Cornelia Franz eines der unbequemsten Themen unserer Gegenwart auf. Aber sie erzählt nicht über die Familie Mirza. Sie erzählt mit ihr. Auf Augenhöhe. Mit einem Augenzwinkern. Wir erleben eine Stadt, in der Maklerinnen die Augenbrauen skeptisch hochziehen und Aushänge an jeder Straßenecke kleine Zeichen der Hoffnung sind.

Was diesen Roman so besonders macht, ist die Balance, die er hält – mit einer Souveränität, die man in einem Kinderbuch nicht oft findet. Da ist der Slapstick: Baba, der aus lauter Nervosität das Auto der Maklerin rammt. Da ist das Herzklopfen: die vermeintliche "Traumwohnung", die sich als Albtraumwohnung an einer vielbefahrenen Straße entpuppt. Und da ist – mitten in diesem teils unbeschwerten Chaos – ein Familiengeheimnis, das nur Janan und ihre Mutter teilen und das erst ganz am Schluss gelüftet wird. Fast möchte man selbst mit den Geschwistern zusammensitzen und rätseln.

Und da ist auch die andere Seite – ohne Verharmlosung. Der Schimmelfleck, der den kleinen Abdi immer stärker husten lässt. Die kaputte Brille, die eben nicht einfach ersetzt wird, weil das Geld fehlt. Und die Nachricht aus dem Irak, dass Babas Neffe Diyar durch eine Landmine ein Bein verloren hat. Die Kinder reagieren darauf mit einem Flohmarkt – um Geld für eine Prothese zu sammeln. Weil man ja etwas tun muss, wenn man nicht tatenlos zusehen will.

Cornelia Franz reißt das Trauma der Flucht nur gelegentlich an und richtet den Blick auf das, was danach kommt: den Alltag, das Ankommen – das nie ganz fertig ist. Erzählt mit einem Gefühl für Timing und Sprache, das man sich wohl nur über Jahrzehnte erschreiben kann.

Franz erzählt konsequent aus Janans Perspektive – nicht in der Ich-Form, aber so nah an ihrem Denken und Fühlen, dass man sich als Leserin und Leser selbst mitten unter den Geschwistern wähnt. Dieser Kunstgriff ist nicht nur erzähltechnisch klug – er ist auch politisch. Wer sonst selten gehört wird, bekommt hier eine Stimme: ein Kind, das jeden Abend auf der ausgezogenen Wohnzimmercouch seiner Eltern vorbeischaut und ganz genau registriert, wie ungerecht die Welt verteilt ist.

Und Janans Gerechtigkeitssinn lässt selbst uns Erwachsene innehalten. Da ist diese kleine, fast beiläufige Szene an einer Bushaltestelle: Janan überlegt, ob sie nicht auch dem obdachlosen Mann von der freien Wohnung erzählen sollte – schließlich braucht er sie noch dringender als ihre eigene Familie. Ein einziger Satz. Und darin steckt die eigentliche Frage dieses Romans: Warum gehen wir als Gesellschaft nicht viel öfter so fürsorglich, so respektvoll miteinander um? Warum verlassen wir so selten unsere eigene Blase?

Der Roman stellt diese Fragen, ohne sie laut auszusprechen – und genau darin liegt seine erzählerische Reife. "Das nennt man Glück" ist ein Buch, das sich für Gespräche geradezu aufdrängt – über Wohnraum und Gerechtigkeit, über Rollenbilder und Zusammenhalt, über die Frage, wie viel eine Familie aushält, wenn sie zusammenhält. Und genau das tut diese Familie, allen Rückschlägen zum Trotz. Die Geschwister gehen sich auf die Nerven, sie streiten, sie lachen, sie fürchten, sie hoffen – aber sie lassen sich nicht unterkriegen.

Cornelia Franz hat einmal gesagt: „Bücher schreiben ist wie Bücher lesen – es öffnet Türen zu unbekannten Welten." Genau das tut sie hier. Sie öffnet eine Tür in eine Welt, die nicht wenigen von uns fremd ist: bezahlbarer Wohnraum, der knapper wird. Familien, die als Erste hintenanstehen müssen. Kinder, die genauer hinsehen als viele Erwachsene. Das ist in Lyon, Montpellier, Grenoble oder Paris genauso Realität wie in Hamburg.

"Bücher bauen Brücken zwischen französischen und deutschen Leserinnen und Lesern" – das war das Leitmotiv der Gründerin dieses Preises, Yvonne Rech. "Das nennt man Glück" ist solch ein Buch. Ein Teil der Preissumme soll dafür sorgen, dass Janan und ihre wunderbar chaotische Familie eines Tages auch auf Französisch von sich erzählen.

Am Schluss – das haben Sie sicher schon geahnt – findet Familie Mirza ihre Wohnung. Aber das eigentliche Glück ist längst vorher da: in jenem Moment, in dem Janan eingequetscht zwischen ihren Brüdern sitzt und denkt – Hab ich nicht eine großartige Familie?

Dieser Roman ist ein Plädoyer. Für Zusammenhalt. Für Empathie. Für den Blick über den eigenen Tellerrand. Und er ist der Beweis, dass man von großen gesellschaftlichen Fragen erzählen kann, ohne dabei die Leichtigkeit, den Humor und die Freude am Erzählen zu verlieren. 

Le Jury 2026

Nicola BARDOLA | München

Britta BENERT | Strasbourg

Maren BONACKER | Wetzlar

Gilles BUSCOT | Strasbourg

Géraldine ELSCHNER | Heidelberg

Isabelle ENDERLEIN | Berlin

Germaine GOETZINGER | Luxemburg

Dr. Stefan HAUCK | Frankfurt

Mathilde LÉVÊQUE | Paris

Alexandra RAK | Frankfurt

 

Mehr Informationen zur Jury  

 

Hervé Giraud

La cabane de la fin du monde

Thierry Magnier | à partir de 9 ans

 

Giraud Hervé

La Cabane de la fin du monde

Pour faire face à la tempête annoncée, une bande d’enfants décide de construire une cabane et d’y vivre ensemble ce moment qu’ils imaginent ultime. À travers ce huis clos improvisé remontent cependant les tensions, les appartenances, les rivalités et les malentendus qui traversent leur petite communauté. Entre conflits de loyauté, préjugés, désir d’être accepté et besoin d’amitié, rien ne se passe comme prévu. Avec une grande vivacité, La cabane de la fin du monde met en scène un groupe d’enfants d’une justesse remarquable, chacun saisi dans sa singularité comme dans la complexité de ses liens aux autres. Sous les dehors d’une aventure pleine d’humour, le roman aborde sans lourdeur des questions très contemporaines — identités religieuses, rivalités héritées, exclusion, climat, précarité — tout en restant au plus près des émotions enfantines. Ce qui touche ici, c’est la manière dont l’imaginaire, le jeu et la peur partagée deviennent le révélateur des fragilités autant que des possibles. Un roman alerte, drôle et sensible, qui parle avec finesse de tolérance, d’amitié et d’apprentissage du vivre-ensemble.

Panégyrique | Prof. Dr. Mathilde Lévêque

Faire partie du jury d’un prix littéraire est un honneur, une joie, et aussi une responsabilité. Faire partie du jury du Prix franco-allemand pour la littérature de jeunesse, c’est s’investir non seulement pour la littérature jeunesse, qui reste une « zone littéraire à défendre », mais c’est aussi prendre part au dialogue franco-allemand, dont la pérennité et la solidité dépendent de chacun et chacune d’entre nous, car rien n’est définitivement acquis et tout peut être fragilisé et menacé. Faire partie de ce prix littéraire, c’est donc une responsabilité et c’est aussi une joie immense, qui varie au fil des mois : au moment de l’arrivée, jour après jour, des très nombreux livres – le facteur de mon quartier commence à s’habituer ; au moment où la pile commence à vaciller jusqu’à celui où l’on commence à ouvrir les ouvrages, un par un, à les lire, à mettre de côté les coups de cœur ; puis au moment où le jury se retrouve une première fois pour sélectionner la shortlist, moment d’échange qui est devenu, au fil des années, un moment d’amitié par le partage de notre passion commune pour la littérature et la lecture. Et pour finir, après l’enthousiasme des lectures, vient le temps du choix du livre qui sera primé.

Ah, mais qu’il est difficile, ce choix…

Assurément, les six romans de la shortlist ont tous frappé le jury par la qualité et la finesse de leur écriture, par les émotions très vives que nous avons ressenties et partagées, par les thèmes abordés : la peur d’être soi, la fragilité de l’existence, la force qui porte et fait vivre envers et contre tout, l’entraide et le respect de soi comme des autres, les métamorphoses de l’enfance et la magie de l’inattendu, les petites catastrophes du quotidien et les drames poignants de l’histoire… Il faut lire et faire lire ces six romans au ton toujours très juste, des livres délicats, poétiques, vibrants, poignants, drôles aussi.

Il faut les lire, les relire, mais il nous faut aussi, en tant que jury, n’en choisir, pour le prix, qu’un seul parmi les six. C’est là que notre joie risque de devenir crève-cœur. Pourtant, cet ultime choix n’est pas un renoncement, bien plutôt un accord final entre les membres du jury, entre toutes ces différentes voix amies qui trouvent, finalement, entre deux langues, comment sonner juste toutes ensemble.

Aussi, cette année, le jury a choisi de récompenser La Cabane de la fin du monde d’Hervé Giraud (éditions Thierry Magnier).

Si l’enfant qui raconte cette histoire n’a pas de prénom, il a une voix bien singulière et une vision du monde qui n’appartient qu’à lui : ce monde, c’est une tour de 22 étages située sur l’avenue d’Italie, à Paris, dans le 13e arrondissement, avec son école, rue Beaudricourt, son Monoprix et son bazar où l’on trouve de tout et même plus, notamment des essoreuses à salade très utiles. C’est un monde de copains, les frères ennemis, Ilies, fan de l’Olympique de Marseille, qui habite au 8e étage, et Solal, fan du Paris-Saint-Germain, qui vit au 20e étage, sans oublier Joseph, au rez-de-chaussée, fils des gardiens de l’immeuble, et Anita, la fille du 3e, qui rapporte tout aux adultes. Les adultes, ce sont les parents qu’on voit peu, et c’est surtout Rasta Poule, un marginal un peu effrayant, une sorte de fou joyeux qui fait partie du quartier. Dans ce monde où la seule religion qui compte est le foot, un seul dieu existe pour le jeune narrateur : il a une grande barbe blanche, une hotte, un bonnet rouge et il fabrique des cadeaux pour le 25 décembre. Mais ce monde est menacé : la tempête du siècle est annoncée, il reste deux semaines avant l’apocalypse et la fin du monde. Que faire pour survivre ? Construire une cabane sur le toit de l’immeuble, bien sûr, « le point zéro du monde, un endroit inhabité comme les déserts, les terrains de foot quand il n’y a pas de match, les montagnes et les îles désertes du Pacifique […] une zone loin de la civilisation d’où on pouvait toucher les nuages. » (p.44).

Hervé Giraud s’amuse à revisiter le thème classique de la cabane, une cabane construite ni dans une forêt, ni dans la nature ni même dans un jardin, mais une cabane au cœur même de la ville, ou plus exactement au sommet de la ville (Cf p.64-65) :

« Quand on est perché sur le toit, on voit loin devant, mais on voit loin derrière aussi. Ce sont des moments où tout s’arrête et on peut parler de choses trop grandes ou trop personnelles pour en parler à la récréation ou ailleurs. J’ai raconté à Joseph que quand j’étais petit, en observant des grues autour de chez nous et des images de guerre à la télévision, je demandais à mes parents quand tout ça serait terminé. Ils me répondaient des choses comme : « Grosso modo, dans trois mois. » Mais je ne leur parlais pas des travaux en face de chez nous ni de la guerre sur l’écran, je leur parlais des travaux de construction du monde en général et de toutes les guerres. Je pensais que j’étais arrivé trop tôt. Ils avaient eu le temps de faire tout ce qu’il faut pour accueillir un bébé, mais à part chez nous, rien n’était prêt et le monde entier était encore en chantier. Je voulais savoir si un jour on rangerait les grues, les pelleteuses ou les chars d’assaut définitivement et si on vivrait sur une terre organisée, rangée, jolie et en paix. »

Dans ce monde de grues et de guerres, en perpétuelle reconstruction et au chaos toujours recommencé, la cabane constitue un abri et un refuge, qui va permettre aussi la construction d’amitiés indéfectibles. Mais plus encore qu’un refuge, la cabane me semble être un acte de résistance face au chaos du monde qui menace de s’abattre. Plutôt que de se résigner à rester enfermés dans leurs appartements et séparés les uns des autres, les enfants décident d’affronter, seuls et ensemble, la catastrophe. Face à cette catastrophe, les enfants font face à leurs peurs et à leurs désaccords, et ils me font penser à ces mots de Victor Hugo dans Les Misérables, que je voudrais citer pour conclure :

« Tenter, braver, persister, persévérer, être fidèle à soi-même, prendre corps à corps le destin, étonner la catastrophe par le peu de peur qu’elle nous fait, tantôt affronter la puissance injuste, tantôt insulter la victoire ivre, tenir bon, tenir tête ».

Merci à Hervé Giraud, merci aux auteurs et autrices pour la jeunesse d’offrir aux enfants les moyens, par la lecture et l’imaginaire, d’étonner la catastrophe par la joie et le réconfort qu’apporte la lecture, de tenir bon malgré les tempêtes.

Le Jury 2026

Nicola BARDOLA | München

Britta BENERT | Strasbourg

Maren BONACKER | Wetzlar

Gilles BUSCOT | Strasbourg

Géraldine ELSCHNER | Heidelberg

Isabelle ENDERLEIN | Berlin

Germaine GOETZINGER | Luxemburg

Dr. Stefan HAUCK | Frankfurt

Mathilde LÉVÊQUE | Paris

Alexandra RAK | Frankfurt

 

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