Hervé Giraud

Hervé Giraud

Autor

 

Émilie Gleason

Illustrationen

 

Hervé Giraud wurde 1961 in Nogent-sur-Mer geboren. Nachdem er mit dem Fotografen Jean-Charles Rey Artikel für die Presseagentur Sygma verfasst hatte, veröffentlichte das Duo etwa fünfzehn Reisebücher im Verlag PEMF sowie eine Reihe von Büchern mit dem Titel „Enfants du monde“ (Kinder der Welt). Als Autor von Jugenddokumentarfilmen schrieb er 2009 „Pas folle la guêpe“, eine Sammlung von Kurzgeschichten, die seinen ersten Ausflug in die Belletristik darstellte.

 

 

Le garcon qui croyait qu’on ne l’aimait plus

 

Es ist die Geschichte des plötzlichen Niedergangs von Charly, eines Vorschulkindes, das in die Grundschule verpflanzt wird, während es sich eigentlich noch in der Welt der Kleinkinder befindet. Aufgrund eines großen Missverständnisses wird er zum schlechten Umgang, mit dem man nichts zu tun haben sollte, weil er das Unaussprechliche getan hat: er hat Camille, ein behindertes Kind, aus seinem elektrischen Rollstuhl gezerrt, um ihn ihm wegzunehmen. Charly dachte, dass es sich um ein Spielzeug für alle handelt, wie die Dreiräder im Kindergarten, aber nur als einziges Exemplar. Ein Abstieg in die Hölle, aus der Charly nur noch einen Ausweg sieht: Er muss von der Schule weglaufen.

 

Seuil Jeunesse
104 Seiten
ISBN 979-1-0235-1564-0
Broschiert
9,50 €

ab 9 Jahre

 

Le garcon qui croyait qu’on ne l’aimait plus
Begründung der Jury

Wie durch Unkenntnis Unachtsamkeiten und Missverständnisse zu Katastrophen werden…
Im Kindergarten liebt Charly die großen gelben Dreiräder, mit denen er mit wehenden Haaren durch die Gegend rasen kann. Jeder kommt einmal an die Reihe, man muss teilen. Daher die Überraschung, als er in die 1. Klasse kommt: Auf dem Schulhof gibt es nur ein tolles Gerät mit 4 Rädern, das er unbedingt ausprobieren möchte. Nur gibt es da ein Problem. Camille, der Junge, der es besetzt, ist nicht bereit, es zu verlassen. Aus Wut über diese Ungerechtigkeit zerrt ihn Charly von seinem „egoistischen Spielzeug“ herunter – ein Skandal! Die Tat macht ihn sofort unbeliebt. Denn niemand kann sich vorstellen, dass er einfach keine Ahnung von Behinderung hatte. Anstatt ihm Camilles Situation zu erklären und ihm die Verhaltensregeln zu erklären, die er nicht kennt, wird er von allen verurteilt und abgestraft. Auf sich selbst zurückgeworfen und in einer Spirale von Missverständnissen feststeckend, isoliert sich Charly und verliert immer mehr den Anschluss… Ein großer schwarzer Baum scheint in ihm zu wachsen, der ihn mit seinem ganzen Gewicht erdrückt.
„Starke, lustige, freche Geschichten“, kündigt die Reihe an – und die drei Adjektive beschreiben Charlys Erzählung perfekt. Seine Naivität bringt uns zum Lächeln, seine Verzweiflung erschüttert uns, die blinde Autorität, mit der er konfrontiert wird, trifft uns hart. Man möchte ihm helfen. Man möchte denjenigen die Augen öffnen, die ihn „wie einen giftigen Pilz“ anschauen. Und man seufzt erleichtert, wenn sich endlich eine warme Hand auf seine legt. Schließlich findet er den Weg zurück in die Schule, dank eines geschickten und unerwarteten Umweges, voller Trost und Zuneigung. Ein intensiver und fesselnder Roman, dessen wunderschöner Einband mit seinen lebensprallen Illustrationen sich zu einem Poster auffalten lässt – zum Sammeln, das gilt auch für die Emotionen…

 


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