Clémentine Beauvais

Clémentine Beauvais

Autor

 

Clémentine Beauvais wurde 1989 in Paris geboren und wohnt seit mehreren Jahren in Großbritannien. Sie hat in Cambridge über Kinderliteratur promoviert und unterrichtet seitdem an der University of York. Sie hat bereits über 20 Bücher auf Französisch und Englisch geschrieben und wurde vielfach ausgezeichnet, insbesondere für ihren Roman Les petites reines. Ihre Bücher wurden in über 15 Sprachen übersetzt. Clémentine Beauvais ist außerdem die Übersetzerin von The Ickabog von J.K. Rowling ins Französische.

 

 

Âge tendre

 

Die Präsidentin der Republik Frankreich hat beschlossen, dass alle Schüler und Schülerinnen zwischen der neunten und der zehnten Klasse ein Jahr Zivildienst irgendwo in Frankreich ableisten müssen. Valentin Lemonnier hat kein Glück: seine Wünsche werden nicht berücksichtigt, er wird in das nördliche Département Pas-de-Calais geschickt, in ein Pflegeheim für Alzheimer-Patienten und Patientinnen, das sorgfältig einem Dorf aus den Sechzigerjahren nachempfunden wurde.

 

Sarbacane
392 Seiten
ISBN 978-2-37731-465-2
Broschiert
17,00 €

ab 13 Jahre

 

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Âge tendre
Begründung der Jury

Valentin, 14 Jahre geballte Hochempfindsamkeit, wird nach Boulogne-sur-Mer geschickt, um dort seinen Zivildienst abzuleisten. Er landet auf der Station „Sechzigerjahre“ einer sehr glaubhaften Mnemosyne-Einrichtung. Mithilfe von Plakaten von Jacques-Demy-Filmen, „Salut les copains“-Covers und alten Schallplatten versucht man dort, das Sechzigerjahre-Umfeld der Bewohner*innen – alle an Alzheimer erkrankte Babyboomer – zu rekonstruieren.

Valentin, mit seiner herzigen ungeschickten Art, begeht sehr schnell einen Fehler: Er verspricht einer Bewohnerin, dass die Sängerin Françoise Hardy (natürlich noch jung) in der Einrichtung ein Konzert geben wird. Hinter dieser humorvollen Erzählung und der Sechzigerjahre-Fassade beschäftigt sich der Roman, am Beispiel von Françoise Hardy, die sich ihren Erinnerungen zuwendet, vor allem mit den verschiedenen Facetten des Gedächtnisses. Es geht um die Gedächtnisstörungen der Patient*innen. Es geht um die Erinnerungen, die schmerzhaft und dennoch unerlässlich sind, um sich selbst wiederzufinden, wie bei der Trauerverarbeitung, die Valentins Betreuerin durchlebt. Und es geht um die Erinnerung, die immer wieder auf eine Verletzung stößt und davon abhält, vorwärts zu kommen. Nach diesem Jahr voller Zärtlichkeit, Lachen und süßer Nostalgie versteht Valentin, dass das Leben nichts anderes ist als das kunterbunte Zusammentreffen aller Gedächtnisse. Indem er seine Erfahrung lose niederschreibt und mehrfach überarbeitet, verwandelt sich sein Praktikumsbericht in einen Bildungsroman und man lernt, die tausendundeine Nuance der Realität hinter dem Bühnenbild aus Pappmaché herauszulesen.

 


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