Rachel Corenblit

Rachel Corenblit

Autorin

 

Rachel Corenblit wurde 1969 in Kanada geboren. Sie verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Israel, bevor sie mit ihrer Familie nach Frankreich zog. Nach ihrem Philosophiestudium wurde sie Französischlehrerin. Als Autorin schreibt sie sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene. Sie lässt viel von ihrer eigenen Geschichte und ihren Erfahrungen in ihre Bücher einfließen. Wiederkehrende Themen sind die Selbst-Akzeptanz, das Anderssein und die Krankheit. Les enfants du Lutetia ist ihr zweites Buch, das sich mit der Shoah beschäftigt.

 

 

Les enfants du Lutetia

 

Mai 1945, der Krieg ist endlich zu Ende. Léopold Thaler und Juliette, eine Freundin seiner Mutter, die ihn aufgenommen hat, als die französischen Juden verhaften wurden, steigen in Nizza in den Zug nach Paris. Dort hat sich das sagenhafte Hôtel Lutetia in einen Treffpunkt für alle Familien verwandelt, die seit Monaten oder sogar Jahren nichts mehr von ihren Angehörigen gehört haben, und für Überlebende, die aus den Konzentrationslagern zurückkehren.

 

éditions du mercredi
136 Seiten
ISBN 979-1-0934-3341-7
Broschiert
11,00 €

ab 11 Jahre

 

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Les enfants du Lutetia
Begründung der Jury

Wie findet man den angemessenen Ton, um der heutigen Jugend das Erleben der Heimkehr aus den Konzentrationslagern nahezubringen? Vielleicht indem man ausgerechnet die Erzählperspektive von Jugendlichen übernimmt, die vergeblich auf die Rückkehr ihrer Eltern warten, und dabei Freundschafts-, Solidaritäts- und Erinnerungsbande knüpfen.

Rachel Corenblit gelingt es meisterlich, diese besondere Atmosphäre – das beinahe unerträgliche Warten – in Les enfants du Lutetia aufzugreifen. Darin begleitet der Roman mehrere Jugendliche, fast alle Juden, die sich jeden Tag an dem berühmten Hôtel Lutetia treffen, vor einem Mosaik aus Fotos, die an die Wand gepinnt sind. Diese Fotos, auf denen man ihre Eltern lächeln sieht, stammen aus einer Zeit der Sorglosigkeit… Es geht um die Erinnerungen an die Eltern, die manchmal verblassen, denn die Jahre zwischen der Kindheit und dem Jugendalter sind wie Ozeane. Es geht um die Befürchtung, die Eltern nicht wiederzuerkennen, sollten sie aussehen, wie diese ausgemergelten und vorzeitig gealterten Lebewesen, die im Hôtel Lutetia umhergehen. Und es geht um den Vorwurf, den manche Jugendliche ihren Eltern machen, sie „zurückgelassen“ zu haben. Von Tag zu Tag schaffen es die Jugendlichen, ihre jeweiligen Geschichten zu vergleichen und zu verstehen. Zwischen Tränen und Gelächter, zwischen Provokation und Empathie, zwischen Hoffnungslosigkeit, Vergangenheitsbewältigung und Durst nach Leben, lernen sie auch, sich selbst zu lieben.

 


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