Andrea Karimé Andrea Karimé

Autorin

 

Andrea Karimé, geboren 1963 und aufgewachsen in Kassel zwischen deutscher und libanesischer Kultur und Sprache, studierte Kunst- und Medienerziehung. Sie hat eine Ausbildung in Kreativem Schreiben und als Geschichtenerzählerin. Die Autorin, die als Lehrerin arbeitete, lebt in Köln.

 

Jens Rassmus Jens Rassmus

Illustrator

 

Jens Rassmus, geboren 1967 in Kiel, studierte Illustration in Hamburg und Dundee, Schottland. Seit vielen Jahren illustriert und schreibt er Kinderbücher, für die er zahlreiche Auszeichnungen bekam. Der Künstler lebt mit seiner Familie in Kiel.

 

King kommt noch

 

Der kleine Junge ist mit seinen Eltern und dem Baby in dem neuen, fremden Land angekommen, das so ganz anders ist als zuhause und in dem man seine Sprache nicht spricht. Und einer fehlt. Das ist King, sein geliebter Hund und Freund. Obwohl die Mutter immer wieder tröstend versichert, dass King nachkommen wird, sucht er ihn zu finden und telefoniert täglich auf seinem Papiertelefon mit seinem Freund, um ihn vor den Gefahren der Raketen und dem weiten Meer zu warnen. Ein Bilderbuch hilft ihm schließlich.

 

Peter Hammer Verlag
48 Seiten
ISBN 978-3-7795-0568-6
gebundene Ausgabe
9,90 €
Erscheinungstermin:
Februar 2017

ab 7 Jahre

King kommt noch
Begründung der Jury

Ein Haustier als Symbol für die Heimat

Mit wenigen Worten eine maximale Wirkung erzielt Andrea Karimé mit einer Geschichte, bei der sich der Leser rasch in einen geflüchteten Jungen hineinversetzen kann. Ungeduldig erzählt er davon, dass er seinen Hund King zuhause zurücklassen musste – und dass der bestimmt bald nachkommt. Karimés Text bewegt sich (auch farblich) in zwei Ebenen: In schwarzen Buchstaben berichtet der Ich-Erzähler von seinen neuen Eindrücken in Deutschland und vergleicht mit seiner 100 Tagreisen entfernten Heimat, in grauen Lettern spricht er sehnsuchtsvoll zu King, dem er gute Ratschläge gibt – dass er warten soll, bis keine Raketen mehr fliegen, dass er nur im Dunkeln laufen soll, dass er sich im Boot über das Meer gut festhalten muss. In diesen kurzen Sequenzen, die den eigenen Fluchtweg beschreiben, spürt der Leser die große Sehnsucht nach dem alten Zuhause. Als Äquivalent zu diesen Textebenen zeigen Jens Rassmus‘ Bilder die hiesige Realität und die Hindernisse, die die Familie des Jungen bereits überwunden und der Hund noch vor sich hat. Die Lücke zwischen Bild und Text kann vom Leser dann gedanklich ganz unterschiedlich geschlossen werden, je nachdem wie er die Bilder entschlüsselt.